Wir erhalten Bisinger Geschichte

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In diesem Jahr (2024) jährt es sich zum 80. Mal, der zweite schreckliche Luftangriff im 2. Weltkrieg auf die Gemeinde Bisingen. Aus dem bis heute noch beim Heimatverein Bisingen-Steinhofen vorliegenden Tagebuch vom einstigen Bisinger Mitbürger Lukas Haug – er sogar der Gründer und langjähriger 1. Vorsitzender des Heimatvereins- wird jener furchtbare Tag wie folgt beschrieben: „Am Samstag, 9.12.44 flogen Jabos  (Jagdbomberflugzeuge) über Bisingen und lösten Sprengbomben aus. Meiner Schätzung nach sind es etwa 150 gewesen. Ich nehme an, dass sie für die Organisation Todt im Gewann Kuhloch bestimmt waren. Sie sind jedoch über ein verhältnismäßig weites Feld, von der Koppenhalde bis zum Klingenbach, in einer Breite von 400 Metern gefallen. Die Baustelle (Ölschieferwerk) im Kuhloch wurde von einigen Bomben getroffen, die fast keinen Schaden anrichteten. Eine Bombe, sie fiel in einem Garten eines bekannten, zerstörte eine Ecke der im Garten stehenden OT-Baracke. Dabei kam ein SS-Mann ums Leben. Eine weitere Bombe schlug in der Nähe des Rathauses ein und richtete großen Schaden an. Alfons Binder verlor durch einen Volltreffer in sein Haus gegenüber dem Büro der Schuhfabrik Keller seine Frau. 6 Personen tötet ein Einschlag in das Wohnhaus von Theodor Lacher (Untere Koppenhalde), wobei Ehefrau Lidwina und der erst 3-jährige Sohn Felix ums Leben kamen, darunter ebenso 4 Angehörige des Straßenwarts Lacher. 3 Personen wurden durch einen Bombentreffen im Haus von Peter Rager (Hofgasse) verschüttet, dabei auch der Opa Thomas Rager von Otto Rager sowie das Vieh, wo  tot war und vor dem Nachbargebäude von Theodor Sauter vor die Hausfront gelegt wurde. Otto Rager ist der Meinung, dass der Angriff der Eiseenbahnlinie galt, um den Nachschub von Kriegsgütern zu verhindern. Der 9.12.44 sei stets im Gedächtnis geblieben bei seinen Vorfahren. Einer von den Getöteten war Reinhold Beck, -gegenüber gewohnt- er kam am Tage zuvor vom Lazaretturlaub nach Hause. Insgesamt erbrachte dieser Luftangriff im Ort eine traurige Bilanz von 13 Toten. Die seitens der Gemeindeverwaltung in Ehren gehaltenen Kriegsgräber auf dem Friedhof verweisen ebenfalls noch an diesen schrecklichen Tag im Kirchspiel. Aus einem anderen Archiv ist bekannt, dass am 9.12.44 mehrere Häuser und auch Betriebe beschädigt wurden. So auch im nahen Umfeld des Bisinger Bahnhofs und den gegenüberliegenden Firmen Kreß, Wilhelm Vogt und Josef Beck (hint. d. Gasthaus Adler). Ein damaliger Bisinger Einwohner hat von allen insgesamt 3 Bombardierungen auf den Ort Bilder gemacht, welche vom HV für die Nachwelt archiviert sind. Beachtliche 350 Bombentrichter wurden damals bei dem zweiten schweren Angriff in Bisingen gezählt. Aufgrund des tagelangen vorherigen Regenwetters, drangen die abgeworfenen Bomben tief in das Erdreich, so dass die Sprengwirkungen mehr senkrecht als seitwärts in Erscheinung traten.  Bestimmt hätte es in der Region andere militärisch wichtigere Objekte gegeben, aber die Jagdflieger schienen sich ein Vergnügen daraus zu machen, die deutsche Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen. Robert Heller erinnert sich noch an jenen Tag als die Bomben auf den Ort hagelten.  Seine Familie suchte bei ausgelöstem Luftalarm stets den naheliegenden Bunker im „Wäldle“ am Ende der Fröbelstraße (unterhalb dem Klempnauer Haus) auf. Etwa 25 Plätze standen den Schutzsuchenden auf einfachen Holzbänken zur Verfügung. Ohnehin galt es während der Kriegsjahre beleuchtete Fenster nachts abzudunkeln. Am 22. April 1945 endete wie vielerorts auch für die Gemeinde Bisingen der 2. Weltkrieg. Die Einwohnerschaft konnte aufatmen. Die Sirenen hörten auf zu heulen und Angst und Schrecken der kriegerischen Ereignisse waren vorüber.

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